Fan – Fiction

Hey,

heute mache ich mal etwas ganz Neues! Vielleicht kennt ihr die Reihe: Shadow Falls Camp von C.C. Hunter?! Meine Freundin und ich mögen sie sehr gerne und so haben wir eine Fan – Fiction geschrieben, die ich euch heute zeigen möchte! Wir hoffen sie gefällt euch!

Viel Spaß beim Lesen!

Eure Coulor♥

Shadow Falls Camp 6: Befreit zum Sonnenuntergang

 

Kapitel 1

 

„Ist es ein Junge oder ein Mädchen?“ Kylie konnte es kaum erwarten, das Kind ihrer Camp Leiter Burnett und Holiday zu sehen. Holiday lächelte trotz der vielen Strapazen der letzten 24 Stunden. „Na was denkst du denn? Natürlich ist es ein Mädchen, genau wie ich die ganze Zeit gesagt habe!“

„Wie heißt sie? Darf ich sie sehen? Kommt sie eher nach dir oder nach Burnett?“

„Was ist mit mir?“ ertönte hinter Kylie die Stimme des frischgebackenen Vaters. Sie drehte sich in dem kleinen, schlicht gehaltenen Krankenhauszimmer um und erblickte Burnett mit einem kleinen, wurmartigen Etwas auf dem Arm.

„Ach nichts.“ wich Kylie aus, da sie das dringende Bedürfnis verspürte, jemandem, der hinter Burnett auftauchte, durch die Haare zu wuscheln.

„Lucas!“ rief sie und stürzte zu ihm, um ihm zur Begrüßung einen Kuss zu geben.

„Kylie, Lucas, ich unterbreche euch ja nur ungern“, sagte Burnett „aber ich möchte euch euer Patenkind Sally vorstellen.“

„Darf ich sie mal nehmen?“ fragte Kylie, die unbedingt dieses süße kleine Wesen im Arm halten wollte. Burnett zögerte, aber als Holiday eine Augenbraue hochzog und grinsend sagte „Schatz, was ist denn? Kylie wird sie schon nicht auffressen!“ lächelte auch er und gab Sally vorsichtig an Kylie weiter. Diese sah zu dem Baby in ihren Armen herunter und erkannte sofort Holidays grüne Augen, die sie neugierig anfunkelten. Dafür stammte die Gesichtsform eindeutig von Burnett.

Plötzlich berührte sie etwas von hinten und Kylie zuckte zusammen, doch es war nur Lucas, der sie von hinten umarmte, um Sally besser sehen zu können.

„Fast so hübsch wie du“ raunte er Kylie ins Ohr und gab ihr einen Kuss auf die Wange.

„Muss ich etwa eifersüchtig sein?“ flüsterte sie mit einem Grinsen zurück.

„Kylie, ich hab dich im Auge und Lucas, wenn du dich an meiner Tochter vergreifst, dann…!“ Burnett hob scherzhaft drohend die Hand und grinste.

„Ach Schatz, hör auf mit dem Quatsch und du Kylie, gib mir mal meine Tochter“ sagte Holiday in gespielt vorwurfsvollem Tonfall.

„Schon unterwegs, M’am!“ Kylie lachte, während sie auf Holiday zusteuerte, die in ihrem großen weißen Bett ein bisschen verloren, aber auch überglücklich wirkte.

„Mister James, ihre Frau braucht jetzt dringend ein bisschen Schlaf“, machte nun eine Krankenschwester, die unbemerkt ins Zimmer gekommen war, auf sich aufmerksam.

„Wann kommt ihr beiden wieder zurück ins Camp?“ wollte Kylie wissen, „Mit euren Vertretungen von der FRU ist es ziemlich schwer auszuhalten.“

Holiday seufzte leise. „Die armen Leute, sie tun mir ja wirklich leid, aber drei Tage müssen sie wohl noch mit euch aushalten.“

Jetzt war es Kylie, die seufzte, doch bevor sie noch etwas sagen konnte, wurden sie, Lucas und Burnett, der Sally nun wieder auf dem Arm hatte, von der Krankenschwester mit den Worten „Und es werden noch mehr Tage, wenn sie sie jetzt nicht endlich schlafen lassen!“ aus dem Zimmer gescheucht.

Nachdem sie Sally wieder zurück auf die Babystation gebracht hatten, gingen Kylie, Lucas und Burnett in die Cafeteria, wo nicht sehr viel los war. Sie setzten sich an einen Tisch und Lucas ging los, um Kaffee zu holen. Als sie saßen sagte Kylie unvermittelt „Ohne dich und Holiday hält man es im Camp gar nicht aus. Diese beiden Typen von der FRU sind total langweilig und übertrieben streng! Wie dürfen gar nichts mehr unternehmen, keine Partys am See, keine Ausflüge in die Stadt, einfach gar nichts! Es ist schrecklich!“

Burnett schmunzelte nur. „Na dann bin ich ja wohl doch gar nicht sooo streng, wie ihr immer behauptet.“

„Doch, aber eben nicht ganz so schlimm wie deine Langweilerkollegen.“ Kylie grinste.

„Phhh!“ machte Burnett gespielt pikiert.

„Außerdem fehlt Holiday mir. Niemand will mit mir zum Wasserfall gehen!“

„Frag doch Derek“ meldete sich Lucas zu Wort, der mit drei Tassen Kaffee in den Händen wieder zum Tisch zurückgekommen war und sich nun neben Kylie auf einen Stuhl setzte.

Seit Derek mit Jenny, einem anderem Chamäleon (so nannte man die Übernatürlichen Art, zu der auch Kylie gehörte), zusammen war, war Lucas Eifersucht auf ihn deutlich weniger geworden. Trotzdem war er immer noch beleidigt, wenn Kylie mit Derek über ihre Geistergeschichten sprach und nicht mit ihm.

„Der hat sowieso keine Zeit, seit er mit Jenny zusammen ist“, meinte Kylie und um zu verhindern, dass Lucas sich jetzt aufregte, fügte sie hinzu „Aber du kannst doch mitkommen, wenn du willst!“

Sie wusste, dass Lucas, genau wie die meisten anderen Übernatürlichen, die keine Geisterseher waren, Angst vor Geistern hatte. Bei ihm kam auch noch dazu, dass er sah, wie fertig Kylie manchmal wegen ihnen war, was ihn ziemlich wütend machte. Eben deshalb wollte Kylie, dass er mit zum Wasserfall kam, damit sie ihm beweisen konnte, dass Geister eigentlich gar nicht unheimlich oder böse waren. Doch sie wusste, dass Lucas nicht mitkommen würde. Er würde sich drücken.

„Sorry Kylie, aber ich hab im Moment ziemlich wenig Zeit für so was. Vielleicht wartest du einfach noch drei Tage, bis Holiday zurückkommt und dann gehst du mit ihr hin, hm?“ versuchte Lucas, um einen Wasserfallbesuch drum herumzukommen. Aber Kylie wollte nicht noch drei Tage sinnlos rumsitzen und warten. Sie wollte herausfinden, wie sie die Ältesten der Chamäleons dazu bringen konnte, dass sie endlich der FRU vertrauen könnten und genau dafür brauchte sie die beruhigende Wirkung des Wasserfalls. Außerdem konnte sie dort mit ihrem Vater, einem der Todesengel reden, was sie sehr vermisste. Vielleicht konnte er ihr ja auch bei ihrem Problem helfen. Sie musste es irgendwie schaffen, dass die Ältesten der FRU glaubten, dass sie nichts Böses im Schilde führte, konnten die jungen Chamäleons ins Shadow Falls Camp kommen, dass im letzten Sommer zum Internat geworden war. Bisher war außer Kylie nur Jenny im Camp, die von zu Hause abgehauen war, weil ihre Eltern sie zwingen wollten, jemanden zu heiraten, den sie nicht liebte. Jetzt wohnte sie im Camp, denn ihr großer Bruder, Haden Yates, war ein Lehrer dort und kümmerte sich um sie.

„Was habt ihr jetzt eigentlich so vor, und wie macht ihr das mit den Flitterwochen?“ fragte Kylie ihren Camp Leiter.

„Ach, die Flitterwochen können warten, erstmal geht es jetzt zurück ins Camp!“

Etwa zehn Minuten später saßen sie in Burnetts Auto, denn der Bus, den Kylie und Lucas eigentlich nehmen wollten, fiel aus. Schon auf der Hinfahrt war er total überfüllt gewesen, sodass Kylie und Lucas beschlossen hatten, zwei Stationen vor dem Krankenhaus auszusteigen und den Rest zu laufen.

Seit sie in Burnetts Auto saßen, hatte keiner ein Wort gesagt.

„Burnett, wer soll sich eigentlich um Sally kümmern, wenn sie erst mal im Camp ist? Ich meine, wo ihr doch so viel arbeitet und so…“, plapperte Kylie drauflos, weil sie das Schweigen nicht länger aushielt.

„Naja, eigentlich dachten Holiday und ich da an euch, wenn ihr gerade keinen Unterricht habt. Schließlich seit ihr ja Sallys Paten“, sagte Burnett, „und wenn ihr das nicht schafft, weil die Zeit zu knapp wird, gucken wir mal ob wir irgendwo eine übernatürliche Tagesmutter finden. Aber zur Not kann ich sie ja auch mal ins Büro mitnehmen.“

„Schon okay, wir schaffen das!“ riefen Kylie und Lucas gleichzeitig und alle mussten lachen.

Als sie sich beruhigt hatten, musste Kylie lächeln, als sie feststellte, wie ungern der sonst so harte Vampir seine Tochter einem Fremden anvertrauen würde. Er war schon ein süßer Vater.

Als sie im Camp ankamen, ließ Burnett Kylie und Lucas aussteigen, winkte den anderen kurz zu und fuhr direkt wieder zurück zum Krankenhaus.

Kylie und Lucas wurden mit Fragen überhäuft, als wären sie irgendwelche Popstars und die anderen Paparazzi.

„Ist es ein Junge oder ein Mädchen?“

„Wie sieht es aus?“

„Wie heißt es?“

„Wie geht es Holiday und Burnett?“

„Wann kommen sie wieder?“

Nachdem sie so viele Fragen wie möglich beantwortet hatten, verzogen sich Lucas und Kylie in Lucas Hütte. Dort gab es keine Miranda, die ihnen ununterbrochen von Perry vorschwärmen konnte und keinen Vampirmitbewohner, der sie neugierig belauschte, zumindest war der grade nicht da.

Also hatten die beiden endlich ihre Ruhe. Der letzte Vollmond war grade vorbei und so konnte Lucas sich besser beherrschen als sonst. Doch Kylie wollte gar nicht, dass er sich beherrschte. Mit der Zeit hatte sie ihre Verklemmtheit Lucas gegenüber verloren.

Als sie in Lucas Zimmer standen, küsste Kylie ihn, bevor er etwas sagen konnte und er erwiderte den Kuss. Es war schön, wie sie da standen und sich küssten. Wieder einmal wurde Kylie bewusst, wie sehr sie Lucas liebte.

Kapitel 2

 

Als sie am nächsten Morgen in Lucas Arme gekuschelt aufwachte und sich vorsichtig streckte war es bereits kurz vor acht. Die Schule würde gleich anfangen.

„Mist, Lucas, wir haben verschlafen!“ Jetzt musste sie sich wirklich beeilen, um noch rechtzeitig zur Schule zu kommen und ihr Frühstück konnte sie schon mal vergessen.

„Hey, was ist denn Süße?“ Lucas streckte sich und gähnte. „Wo bleibt mein Gutenmorgenküsschen?“ Er grinste frech.

„Hey, das hört sich ja an, als wären wir ein altes Ehepaar und …“ Lucas hatte Kylie an sich gezogen und kitzelte sie durch, bis sie sich ergab und ihn küsste.

Nachdem sie sich schnell angezogen hatten, gingen sie schnell zum Speisesaal, um sich noch etwas zu Essen zu schnappen, bevor der Unterricht anfing. Auf dem Weg lief Kylie Della direkt in die Arme, die nicht grade gut auf sie zu sprechen war.

„Wo warst du heute Nacht?“ fragte sie, warf dann einen Blick auf Lucas, der neben Kylie stehen geblieben war und fügte hinzu „Ach nein, ich will’s gar nicht wissen!“

„Della, du weißt genau, dass du mich nicht mehr beschatten musst! Ich kann gut auf mich aufpassen! Es ist ja wirklich lieb, dass du nachfragst, aber … Nein!“ Kylie war genervt. Immer hatten alle Angst um sie, immer wollten alle auf sie aufpassen, aber sie war doch kein Kleinkind mehr!

„Oh, da hat wohl jemand schlecht geschlafen, was? Ich muss los.“

Jetzt tat es Kylie schon wieder leid, dass sie so zickig geklungen haben muss. Eigentlich war doch im Moment alles gut, jedenfalls im Vergleich zur letzten Zeit, aber irgendwoher hatte Kylie schon wieder schlechte Laune.

Lucas zog sie weiter, Kylie hatte gar nicht gemerkt, dass sie schon direkt vor der Essensausgabe standen. Schnell nahm sie sich einen Toast mit irgendeiner Marmelade, verabschiedete sich von Lucas und rannte in Richtung Unterricht, der sich heute mal wieder besonders lange hinzog.

Als der Unterricht endlich vorbei war, ging Kylie zurück zum Speisesaal, nahm sich ein Tablett und ihr Mittagessen und setzte sich an einen der leeren Tische, da ihre Freunde alle noch nicht im Speisesaal angekommen waren. Sie hatte keinen wirklichen Hunger und so wartete sie auf ihre Freunde. Lucas kam als erstes an, gab ihr einen Kuss und setzte sich mit seinem Essen neben sie, denn heute aß er nicht mit seinen Artgenossen, sondern mit Kylie, was sie freute.

Della und Miranda kamen in den Speisesaal, gingen zur Essensausgabe und Kylie überlegte sich schon, wie sie sich am besten für die Zickerei am Morgen entschuldigen konnte, als sie bemerkte, dass nur Miranda auf sie zu kam.

„Hey, Della ist sauer auf dich, keine Ahnung warum, aber sie will mit ihren Vampirfreaks essen.“

„Oh okay“ sagte Kylie nur

„Nimm’s nicht so ernst. In letzter Zeit ist sie ständig auf irgendjemanden sauer“ tröstete Miranda sie und Lucas, Kylie und sie fingen an zu essen.

Während Kylie lustlos in ihren Spagetti rumstocherte, trafen auch Perry, Derek und Jenny ein, die fröhlich vor sich hin plapperten. Kylie versuchte gar nicht erst, dem Gespräch zu folgen, sie hatte ein schlechtes Gewissen wegen Della, obwohl diese niemals wegen einer kleinen Zickerei ein schlechtes Gewissen haben könnte. Das war eine von Kylies Schwächen. Sie war einfach zu nett. Wärend sie nachdachte fühlte sie immer wieder Lucas besorgte Blicke von der Seite. Na toll, jetzt fing das schon wieder an.

„Ist alles okay bei dir?“ fragte er sie leise.

„Ja, alles okay. Ich hab nur keinen Appetit. Ich glaube ich habe mir eine Erkältung eingefangen oder so.“

„Na dann ist ja gut. Soll ich deinen Teller wegbringen?“ Lucas war einfach so lieb zu ihr, dass sie nicht länger betrübt sein könnte wenn er sie so treuherzig anschaute.

„Musst du nicht“ antwortete sie schnell.

„Mach ich aber trotzdem“ er grinste sie an und Kylie musste auch lächeln.

Nach dem Essen gingen alle zusammen zur Ziehung der Namen für die Kennenlernstunde. Chris, der Vampiranführer zog mit einem Grinsen den ersten Zettel. Er ließ seinen Blick durch die Reihen wandern und stoppte bei, nein, neben Kylie.

„Lucas, du wirst das Vergnügen haben, mit…“ er zog den nächsten Zettel  „mit der liebenswürdigen Fredericka deine Kennenlernstunde zu verbringen!“

Das war seltsam, denn man konnte Chris mit Blut dafür bezahlen, ganz bestimmte Namen zu ziehen und die wurden immer ganz am Anfang gezogen. Fredericka hat also dafür bezahlt, eine Stunde mit Lucas zu verbringen, was Kylie nicht gerade toll fand. Das lag daran, dass Fredericka immer eifersüchtig auf sie gewesen war, weil sie mit Lucas zusammen war und Fredericka es gerne wäre.

Aber ein Blick zu Lucas versicherte Kylie, dass er auch nicht gerade begeistert davon war, mit Fredericka alleine sein zu müssen. Kylie musste grinsen.

Kylie sollte ihre Kennenlernstunde mit Perry verbringen, was gut war, da sie Perry mochte.

Kylie küsste Lucas zum Abschied auf die Wange und ging zu Perry der bereits auf sie wartete.

 „Na, wo soll’s hingehen?“ wollte er wissen.

„Wie wär’s mit Wald „entgegnete Kylie.

„Okay, dann mal los!“ Perry stapfte los und sie musste sich beeilen um hinter ihm her zukommen. Der war ja gut drauf!

„Warte doch mal! Was ist denn los, dass du so rennst?“

Sie verstummte, denn Perry war stehen geblieben und bedeutete ihr still zu sein. Sie lauschte, konnte aber nichts hören. Kylie wollte gerade etwas sagen, als es neben ihr im Gebüsch knackte und ein Hase heraus sprang. Kylie atmete erleichtert auf, denn für kurze Zeit hatte sie gedacht, es wäre wieder Mario oder sonst jemand gekommen um sie zu holen und das konnte sie gerade wirklich nicht gebrauchen.

Sie tippte Perry auf die Schulter und dieser drehte sich verärgert zu ihr um.

„Was?“

„Hab ich dir dein Schaufelchen weggenommen oder was, du bist im Moment nämlich echt ne kleine Zicke“ sie schaute ihn mit hochgezogener Augenbraue an und diesmal seufzte er.

„Ja, das stimmt.“

„Perry, kannst du mir mal verraten, was ich grade bin?“ Kylie wollte wissen, ob ihre schlechte Laune vielleicht etwas mit ihrem Muster zu tun haben könnte.

Sofort fing Perry an mit den Augenbrauen zu zucken, um nachzusehen.

„Eindeutig, Werwolf!“

Deswegen hatte sie also so schlechte Laune, aber war der Vollmond nicht schon rum?

„Okay danke. Also, was ist los?“

„Also, weißt du es ist…“

Weiter kam er nicht mehr, denn in diesem Moment sprang ein sehr besorgt aussehender Derek aus dem Busch.

„Ist etwas passiert, alles okay bei euch?“

„Ja warum nicht?“ fragte Kylie verwirrt.

„Jemand ist ins Camp gekommen, über den Zaun! Perry, du sollst einen Rundflug machen, hat der eine Typ von der FRU gesagt!“ Dereks grüne Augen sahen sie besorgt an, „Kylie, du gehst in deine Hütte, alle sollen sofort da sein und sich melden!“

Weg war er und Perry ebenso. Kylie seufzte, Jungs!

Keiner kümmerte sich um sie, also alles wie immer. Okay, jetzt hatte sie wirklich schlechte Laune, also Ablenken! Sie ging los und fing an, vor sich hin zu summen.

„Kylie?“

Vor Schreck fiel sie fast um, fing sich dann aber und drehte sich langsam um, in der Erwartung… „Chan? Was willst du denn hier?“

Er war Dellas Cousin und ein soweit Kylie wusste, ein Mitglied einer Gang abtrünniger Vampire. „Ich wollte Della besuchen und euch ein bisschen Gesellschaft leisten“ er zwinkerte Kylie zu, doch sie konnte nur den Kopf über ihn schütteln. Über den Zaun zu klettern nur um Della zu besuchen erschien ihr als kein wirklich guter Grund, um die Aufmerksamkeit der FRU auf sich zu ziehen und das sah man ihr wohl auch an, denn Chans Gesicht wurde wieder ernst.

„Jetzt mal  im Ernst, wo ist Della?“

„Bis eben war sie in ihrer Kennenlernstunde und jetzt sitzt sie wahrscheinlich in unserer Hütte und macht sich Sorgen, warum, was willst du von ihr? Denk nicht, ich bringe dich jetzt zu ihr, ohne das ich weiß, warum“, forderte sie ihn auf und setzte das entschlossenste Gesicht auf, das sie machen konnte. Er seufzte und Kylie zog triumphierend die Augenbrauen hoch.

„Ich werde verfolgt, Kylie, wirklich das ist nicht witzig. Ich wollte Della davon erzählen und da ich nicht weiß, wo sie ist, musste ich dir mal einen kleinen Besuch abstatten, du weißt schon, du bist ein Protector, du kannst mich beschützen und so? Du warst übrigens echt nicht schwer zu finden, du stinkst im Moment nämlich ganz schön nach Werwolf“

Er schaute sie finster an, sie ihn eher schockiert

„Ich soll dich vor deinem Verfolger beschützen? Ich bin vielleicht ein Protector, aber das heißt noch lange nicht, dass ich auf jeden kleinen abtrünnigen Typen aufpasse, der grade ein bisschen Ärger mit seinem Boss hat und deshalb beschattet wird! Das ist nicht dein Ernst, denn…“

Doch bevor sie sich weiter aufregen konnte, hatte Chan sie an der Hand genommen und ins nächste Gebüsch gezogen, wo er ihr seine Hand auf den Mund presste. Beschweren ging nicht, also sah sie sich um, denn irgendetwas hatte ihn erschreckt und was einen Vampir erschreckte, musste  sie eigentlich auch erschrecken. Da sah sie es, es lief umher, schnüffelte am Boden und stank nach… Hund! Also wahrscheinlich ein Werwolf, der jetzt auf sie zukam.

Kylie spürte wie ihre Protector Kräfte in ihr erwachten und sie Lust bekam, sich auf den Werwolf zu stürzen, aber…

Werwolf? Das war kein Werwolf, denn es war kein Vollmond, also nur Perry, der sie suchte, oder?

Sie wollte schon erleichtert ausatmen, als der Wolf zum Sprung ansetzte und zu ihnen schaute. Nein das war nicht Perry!

Er hatte sie entdeckt, das war ihr Ende und ihre Protector Kräfte halfen ihr nun auch nicht mehr.

Da schaute der Wolf plötzlich in eine andere Richtung, knurrte noch einmal und verschwand im Gestrüpp.

„Was war das?“

„Mein Verfolger und jetzt komm, sonst kommt er zurück und diesmal bringt er jemanden mit!“

Sie folgte ihm widerspruchslos denn als Wolfssalat zu enden hatte sie nicht geplant.

„Also,…?“

„Ich werde, wie gesagt, verfolgt. Von Werwölfen“

 Kylie unterbrach ihn „Das war kein Werwolf, es ist kein Vollmond!“

„Nein, das nicht“, gab er ihr recht, „Das war ein normaler Wolf, der großgezogen und trainiert wurde. Er ist so etwas wie ein Spürhund für seinen Herren!“

„Und wem gehört das Hündchen?“ fragte Kylie mit ein wenig Spott in der Stimme, denn so wirklich konnte sie diese Geschichte nicht glauben, wer zog denn Wölfe als Schoßhündchen groß? Der hatte 100 pro einen an der Waffel!

„Das, darf ich dir nicht sagen, es würde dich in Gefahr bringen. Genau deshalb muss ich ja zu Della!“

Das war zwar nicht schön, aber jetzt verstand sie wenigstens, warum er Hilfe brauchte.

„Komm, du kommst mit. Ich bringe dich zu einem Versteck im Wald.“

Sie gingen schweigend nebeneinander zwischen den Bäumen entlang.

Plötzlich wurde es kalt, so kalt wie es nur dann wurde, wenn ein Geist in der Nähe war.

„Äh Chan, warte mal, ich glaube wir haben Besuch. Ich bin gleich wieder da!“

Ohne eine Antwort abzuwarten ging sie in die Richtung, in der es am kältesten war, obwohl sie es nicht wollte, denn zu ihren vielen Problemen brauchte sie nicht auch noch einen neuen Geist, der ihre Hilfe in Anspruch nahm.

„Hallo, ich weiß dass du da bist, du musst dich nicht verstecken!“

Mutig ging sie weiter bis vor ihr im Gebüsch etwas Weißes aufblitzte. Sie ging darauf zu und sah jemanden im Gras sitzen und weinen. Sie wusste, dass das der Geist sein musste und sie hatte  Mitleid mit ihm.

„Nicht weinen!“ Sie kniete sich neben die Frau, wie sie an den langen Haaren erkannte und legte ihr eine Hand auf den Rücken, er war kalt und sie spürte das diese Frau alt sein musste, denn sie hatte faltige Haut. Langsam drehte die Frau ihr Gesicht in Richtung Kylie, die entsetzt aufschrie und zurück wich, als sie das entstellte Gesicht der Frau sah. Es war über und über mit Narben, Kratzern und tiefen Schnitten überseht. Die Frau machte den Mund, oder das was davon übrig war auf und versuchte zu sprechen, doch heraus kam nur ein weiterer Schluchzer. Tränen liefen ihr über die Wangen. Sie sah Kylie so traurig und verzweifelt an, dass sie wieder auf die Frau zu rutschte und sie ansah.

Die Frau räusperte sich noch einmal und krächzte dann „Ich weiß nicht warum ich weine, ich weiß nur das ich traurig bin!“ Sie fing wieder an zu weinen. Kylie wollte sie beruhigen und sagen, dass alles gut werden würde, aber das würde es nicht, jedenfalls nicht so schnell, dass wusste sie.

So leid ihr die Frau auch tat, sie wollte sie nicht umarmen, sie war schließlich ein Geist und Geister umarmt man einfach nicht. Sie kam sich zwar fies vor, aber die Frau schien sie zu verstehen, denn sie sagte „Du musst nicht’s anderes machen als mir zu helfen, Kind!“

„Was soll ich denn tun?“ fragte Kylie verzweifelt, denn der Geist wurde bereits blasser und sie rechnete nicht mehr mit einer Antwort, als sie die geflüsterten Worte „Suche mein Gedächtnis, suche mein Leben und suche meinen Feind! „hörte.

Das konnte aber toll werden, ein Gedächtnis, ein Leben und einen Feind zu suchen, genau das was sie so in ihrer Freizeit machte, sie lachte bitter.

Schon wieder schlechte Laune, sie musste ins Bett und zwar schnell, sonst würde ihre Laune nicht mehr besser werden und sie sich noch eine Erkältung einfangen, denn der Boden auf dem sie saß, war nicht mehr der trockenste und ihre Hose war an den Knien schon durchgeweicht und sie musste ein Zittern unterdrücken, was jedoch nicht sonderlich gut ging. Sie ging zitternd zu Chan zurück der besorgt auf sie wartete und ihr sofort entgegenkam, als er sie kommen sah.

„Was ist los und warum bist du so nass?“

„Achhh niichtss! Icccch hattttte beeesuuch!“

Er verstand, denn er sagte nichts mehr und sie gingen schweigend weiter

„Du darfst nicht zu uns mit kommen, ich bringe dich in eine Höhle in der Nähe!“

Mittlerweile zitterte sie nicht mehr so stark, aber ihr war immer noch kalt und sie zog die Jacke fester um sich.

„Burnett will uns vielleicht heute Abend besuchen und er ist ein Vampir, also würde er dich hören egal wo du dich versteckst!“sagte sie bestimmt.

Als schon die ersten Hütten in Sicht kamen, ging Kylie rechts wieder in den Wald hinein, auf einen Baum zu.

„Ich soll doch in einer Höhle schlafen und nicht auf einem Baum, oder?“ fragte Chan belustigt, sodass Kylie lachen musste.

„Nein, unter einer der Wurzeln ist ein Loch in der Erde und dort ist die Höhle. Ich habe sie letztens durch Zufall entdeckt. Als ich spazieren war bin ich hinein gefallen. Also, wir kommen später vorbei!“

„Wir?“

„Ja, ich werde natürlich Della von dir erzählen!“ erklärte Kylie

„Na dann…Tschüss!“sagte Chan, winkte und stieg in das Loch unter der Wurzel. Kylie winkte zurück sagte noch ein „Tschau bis später vielleicht“, obwohl sie glaubte das er das nicht gehört hatte und machte sich auf den Weg zu ihrer Hütte, um Della von den Neuigkeiten zu unterrichten.

„Was willst du von mir?“ Della war also immer noch sauer wegen heute Morgen. Mist!

„Komm schon, Della. Ich wollte doch gar nicht so zickig klingen. Es tut mir leid!“

„Ja, ja. Und was ist denn jetzt los, dass du so in mein Zimmer gestürzt kommst?“

„Ich weiß, wer den Alarm ausgelöst hat und ich glaube, das wird dir nicht gefallen.“

Dellas Mine verdüsterte sich. „Du meinst …“

„Chan war es. Er hat mir im Wald aufgelauert, weil er meint, er werde von Werwölfen verfolgt. Für mehr musst du ihn fragen, ich hab nämlich fast kein Wort verstanden von dem, was er überhaupt gesagt hat.“

Dellas Gesichtsausdruck wechselte von finster zu besorgt. „Wo ist er? Wo hast du ihn hingebracht? Du hast ihn doch nicht verpfiffen oder?“

„Nein!“ rief Kylie empört „Was denkst du denn?“

„Ja gut, aber wo ist er denn jetzt?“ Della interessierte es wohl nicht, ob ihre Freundin beleidigt war oder nicht. Kylie seufzte und erzählte ihr von der Höhle im Wald.

„Okay, gut. Aber wir können da frühestens hin, wenn Burnett weg ist.“

„Wann wollte er denn kommen?“  In diesem Moment hörten sie ein Klopfen an der Tür.

„Okay, ich mach schon auf, du kannst sitzen bleiben“ sagte Kylie zu Della und ging zur Tür. Burnett schaute sie besorgt an. Na toll, er wusste also auch schon von dem Eindringling.

„Ist alles okay bei euch? Seit ihr alle in eurer Hütte?“

„Ja, alles okay und Miranda und Della sind auch hier“ antwortete Kylie, die sich einen genervten Tonfall verkneifen musste. Burnett meinte es ja auch eigentlich nur gut.

Nachdem Burnett Kylie, Della und Miranda alles über Sally und Holiday erzählt hatte, machte er sich auch schon wieder auf den Weg ins Krankenhaus. Vorher forderte er sie noch dazu auf, auf jeden Fall über Nacht in ihrer Hütte zu bleiben.

Als er außer Vampirhörweite war und Miranda zurück in ihr Zimmer gegangen war, um im Selbstmitleid zu versinken, weil sie den Abend nicht mit Perry verbringen konnte, sprachen Della und Kylie ab, wann sie losgehen wollten.

Sie einigten sich auf Mitternacht und gingen ins Bett, um wenigstens vor dem Ausflug noch ein bisschen Schlaf zu bekommen.

Pünktlich um Mitternacht klingelte Kylies Wecker und sie sprang aus dem Bett und zog sich schnell eine Jeans, ihre Turnschuhe und eine Lederjacke an. Komisch, sonst brauchte sie immer ewig, um aus dem Bett zu kommen.

Auch Della war blitzschnell fertig und zusammen rannten sie los in Richtung Waldrand. Della kannte den Weg zur Höhle, da sie Kylie damals heraus gezogen hatte. Sie konnte es nicht abwarten, mit ihrem Cousin zu sprechen, der während und nach ihrer Verwandlung der einzige gewesen war, der zu ihr gehalten hatte. Als sie ankamen, mussten sie Chan erst einmal aufwecken. Er war bestimmt der einzige, der unter einer Baumwurzel tief und fest schlafen konnte.

Della sah Kylie auffordernd an, und sie seufzte und ging ungefähr 15 Meter weiter, damit Della und Chan ungestört reden konnten.

Kapitel 3

 

„Ich bin mir nicht sicher, aber es hat irgendwas mit ihr zu tun“ sagte Chan. Della schluckte erschrocken. Kylie wunderte sich, dass sie das alles überhaupt mit anhören konnte, denn so stark war ihr Supergehör noch nie gewesen.

„Und was soll ich jetzt tun?“ wollte Della von ihrem Cousin wissen.

„Du musst sie beobachten, ich muss wissen, was sie für eine Rolle spielt und vielleicht…“

Oh nein! Jetzt ging das Beschatten schon wieder los. Nur das Burnett diesmal nichts davon wissen würde.

„Das kann ich nicht, sie ist meine Freundin!“ Della klang jetzt wirklich erschrocken. Es war komisch, sie so reden zu hören, sonst war sie nicht so der Typ für solche Sprüche.

„Doch, du musst! Behaupte doch einfach der Typ – Wie heißt der nochmal?- hätte dich eingeteilt wegen des Eindringlings und um mich zu decken musst du ihr die ganze Zeit hinterher laufen“

„Du meinst Burnett. Aber das kauft sie mir nicht ab.“

„Dann denk dir halt was aus!“

Für Kylie klang das so, als hätte Chan das alles schon von langer Hand geplant. Auch Della schien das so zu sehen.

„Das hast du alles so eingefädelt oder?“

„Nein, ich will doch nur, dass dir nichts passiert! Du bist die Einzige in unserer Familie, die mir noch wichtig ist!“

Das klang irgendwie ein bisschen schmeichelnd und Kylie hoffte, dass Della trotz ihrer ziemlich blöden Familie nicht zusagen würde – Vergeblich.

„Okay“, sagte Della, „Aber eins sag ich dir jetzt schon: Kylie ist nicht böse, sie würde es nie fertigbringen, jemanden zu verletzten!“

Kylie seufzte, als sie realisierte, dass sie die nächsten Wochen vergessen konnte, mal mit Lucas ganz allein zu sein oder generell mal ohne Schatten rumzulaufen.

Da kamen Della und Chan auf sie zu, eine etwas zu fröhliche Mine aufgesetzt.

Natürlich tat Kylie so, als hätte sie nichts gehört, denn sie hatte ein schlechtes Gewissen. Mal wieder. Eigentlich sollte doch Della ein schlechtes Gewissen haben, aber wahrscheinlich konnte sie das einfach nur ziemlich gut überspielen.

„Komm Kylie, wir haben ausgemacht, dass wir morgen Abend nochmal vorbeikommen!“ Und Della stapfte los, ohne sich nach Kylie umzusehen. Da wusste Kylie, ihre Freundin hatte eindeutig Gewissensbisse! Aber sie hatte es ja auch verdient.

Noch während Kylie das dachte, wollte sie sich schon wieder dafür entschuldigen. Sie musste sich nicht wirklich beeilen, um mit Della mitzuhalten, denn Kylie war gerade Vampir. Als Della das feststellte, wurde ihr Gesichtsausdruck noch etwas schuldiger, als ob sie schon ahnte, dass Kylie mitgehört hatte.

„Über was habt ihr eigentlich solange geredet?“ fragte Kylie, um Dellas Zweifel zu beseitigen.

Sie sah gerade noch Dellas erleichterte Mine, als sie sich zu ihr umdrehte.

„Ach, wir haben über die Abtrünnigen geredet und wie lange Chan hier bleiben kann.“

„Okay, und wie lange bleibt er?“

„Das wissen wir noch nicht so genau, aber nur so lange, bis die Gefahr vorüber ist und er wieder raus kann“ wich Della aus.

„Na dann. Komm lass uns schneller machen. Ich will nur noch ins Bett!“ Kylie wollte nicht, dass Della ein schlechtes Gewissen hatte. Sie konnte ihre Freundin einfach nicht leiden lassen!

„Ja, wie sollten schnell schlafen gehen. Wir sind ja auch gleich da.“

„Gut!“ Mehr viel Kylie dazu nicht ein. Sie gingen auf die Hütte zu und versuchten, möglichst leise zu sein, um Miranda nicht aufzuwecken. Die wäre nämlich ziemlich beleidigt, weil ihre Freundinnen ihr nichts von ihrem Ausflug erzählt hatten. Miranda war zwar nicht nachtragend (ganz im Gegensatz zu Della), aber ziemlich schnell beleidigt. Damit hatte Kylie schon einige Erfahrung gesammelt. Vor allem das andere Mädchen, Nicki, dass auf Perry stand, hatte Mirandas Zorn zu spüren bekommen. Perry fand es wohl nicht so schlimm, dass sich zwei Mädchen um ihn stritten. Die arme Miranda! Kylie wusste, dass Perry sie liebte, aber es war gemein von ihm, sie so schmoren zu lassen. Della unterbrach ihre Gedanken mit einem geflüsterten „Gute Nacht!“. Sie ging in ihr Zimmer und Kylie war allein im Wohnzimmer. Sie war wirklich hundemüde und ging in ihr Zimmer, um endlich zu schlafen. In ihrem Bett wartete schon ihr Katerchen Socke auf sie, dessen Schnurren sie in den Schlaf begleitete.

Kapitel 4

 

„Guten Morgen!“ Miranda war also schon auf. War konnte sie nicht mal länger schlafen?

„Neeeein!“ Kylie zog sich die Decke über den Kopf, doch Miranda nahm sie ihr weg.

„Es gibt Neuigkeiten, die dich interessieren könnten!“

„Lass mich in Ruhe, ich bin müde und …“

„Holiday und Burnett sind zurück!“

„WAS?“ Mit einem Satz war Kylie aus dem Bett.

„Jetzt bist du wenigstens wach“ Miranda grinste zufrieden „Wenn du mehr wissen willst, musst du dich jetzt endlich fertig machen!“ Immer noch grinsend ging sie aus dem Zimmer. Kylie wusste, dass maulen nichts half, also zog sie sich schnell an und machte eine Katzenwäsche im Bad.

„Wo sind sie?“ Sie brüllte Miranda fast schon an.

„Speisesaal.“ Miranda guckte sie leicht verängstigt an.

„Okay. Willst du mitkommen?“ Kylie hatte nicht die Absicht gehabt, ihre Freundin zu erschrecken.

„Ja“ sagte die nur, ein wenig beleidigt.

Schweigend gingen die beiden in Richtung Speisesaal, auf dem Weg trafen sie Perry. Er kam auf sie zu gerannt und wirkte aufgeregt.

„Sie haben den Eindringling immer noch nicht gefunden!“

„Ach, das war bestimmt jemand von hier, der nicht Bescheid gesagt hat, weil er keinen Ärger kriegen wollte.“ Kylie versuchte, eine undurchdringliche Mine zu machen.

„Na ja, wenn du meinst“ sagte Miranda nur unbeteiligt.

Was war denn mit der los? Normalerweise klebte sie regelrecht an Perry, sobald sie ihn gesehen hatte. Perry bemerkte auch, dass etwas nicht stimmte, ging auf Miranda zu und gab ihr einen Begrüßungskuss. Kylie drehte sich um, rief noch ein „Ich bin im Speisesaal!“ und ging weiter. Sie wollte endlich zu Holiday, um mit ihr zu reden und hoffte, sie würde sie dort antreffen, wie Miranda gesagt hatte.

Im Speisesaal war noch nicht so viel los. Warum musste Miranda sie auch so früh wecken? Sie sah sich um und entdeckte Lucas. Ihre Blicke trafen sich und er grinste. Neben ihm, an einem der Tische saß Holiday mit Sally auf dem Arm. Die kleine war wirklich niedlich. Kylie ging auf sie zu. Holiday hatte sie inzwischen auch entdeckt und strahlte, Burnett, der neben ihr stand, machte ein ziemlich finsteres Gesicht.

„Ist jemand gestorben?“ fragte sie als sie ihn sah.

„Deine Camp Leiterin hat sich gerade selber aus dem Krankenhaus entlassen, obwohl die Ärzte ihr davon abgeraten haben! Damit bringt sie sich selbst und meine Tochter in Gefahr!“

Holiday verdrehte die Augen und Kylie musste grinsen. Burnett immer, mit seinen „Vaterinstinkten“.

„Hallo Sally!“ Sie schaute zu dem Baby. Natürlich antwortete es nicht, sondern schaute sie nur aus ihren großen, grünen Augen an.

„Ja und? Weißt du was, Burnett-Hasilein? Morgen gehe ich erstmal ins Wellnesscenter und erhole mich von diesem Rabauken hier!“

Oh, Holiday war wirklich genervt von Burnetts ständigen Zickereien. Ihr Mann merkte das auch, wollte aber natürlich nicht nachgeben.

„Aber Holiday, du weißt genau, dass ich arbeiten muss. Wir müssen doch herausfinden, was genau den Alarm ausgelöst hat. Oder wer.“

„Wozu hat Sally denn zwei Paten, die in der Zeit auf sie aufpassen können?“

Lucas grinste. „Burnett vertraut uns wohl nicht“ stichelte er.

„Komm schon, Burnett. Sally ist bei uns wirklich gut aufgehoben! Außerdem bist du doch ganz in der Nähe.“ Kylie versuchte, einen Streit zu verhindern. Die Zeit mit Sally würde anstrengend, aber auch ziemlich lustig werden. Außerdem würden Lucas und sie vielleicht für ein paar Stunden vom Unterricht befreit werden, wenn sie Glück hatten. Kylie versuchte, Burnett ganz treuherzig anzuschauen, Lucas und Holiday machten mit und als auch Sally grüne Hundeaugen machte, gab Burnett nach.

„Na gut. Aber wenn irgendwas passiert, dann sagt ihr mir sofort Bescheid!“

Kylie entfuhr ein glücklicher Schrei und sie hielt sich schnell den Mund zu. Lucas lachte und nahm sie in den Arm.

„Also, wenn wir das jetzt geklärt haben, würde ich gerne mit Kylie zum Wasserfall gehen. Ach und Sally würde ich auch mitnehmen. Sie soll ohne Angst vor Geistern und Todesengeln aufwachsen, im Gegensatz zu anderen Leuten, die sich immer noch in die Hosen machen deshalb.“ Holiday grinste und sah zu Lucas.

„Ja! Wann gehen wir denn los?“ Mit Holiday und Sally zum Wasserfall gehen, genau das hatte Kylie gebraucht.

„Wenn du Zeit hast. Vielleicht jetzt gleich?“

„Super! Lucas, willst du nicht auch mitkommen?“

„Äh, eigentlich…“ stammelte der.

„Hast du dir schon immer mal gewünscht, den Wasserfall zu besuchen“ beendete Burnett grinsend Lucas Satz. Das war wohl seine Rache dafür, dass Lucas ihm eben nicht beigestanden hatte. Lucas gab sich geschlagen und sie machten sich auf den Weg.

Auch Burnett kam mit, um seine Kleine zu beschützen, schließlich war der Eindringling vielleicht immer noch auf dem Camp Gelände.

Schweigend liefen sie durch den Wald, jeder in seine Gedanken versunken. Kylie malte sich schon den Tag mit Sally und Lucas aus. Was sie alles machen konnten und …

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4 Gedanken zu “Fan – Fiction

  1. Hallo Coulor,
    ich habe die Shadow Falls Reihe ebenfalls gelesen und fand sie ziemlich gut. Ebenso wie die Fortsetzung, die du zusammen mit deiner Freundin geschrieben hast :). Geht euer Buch noch weiter?
    LG
    Shadowfay

    Gefällt mir

    1. Hey,
      die Reihe ist ziemlich gut und ich habe sie sehr gerne gelesen! Bis jetzt sind wir noch nicht viel weiter, aber wir werden daran arbeiten! Schön, dass es dir gefallen hat!!
      Ganz liebe grüße, Coulor

      Gefällt mir

  2. Hey,
    für die, die es interessiert, ich habe zusammen mit Coulor die Fanfiction geschrieben und freue mich natürlich auch sehr, wenn sie euch gefallen hat 🙂
    Für die, die auch Fans von der Shadow Falls Camp- Reihe sind: Vielleicht habt ihr ja schon mitbekommen, dass vor kurzem der erste Band der Nachfolge-Reihe erschienen ist: „Shadow Falls After Dark“. Das Buch heißt „Im Sternenlicht“ und ich freue mich sehr darüber, dass C. C. Hunter die Geschichte noch weiter führt (Jetzt aber aus der Perspektive von Della) und bin auch schon dabei, das Buch zu lesen 🙂
    @ Coulor: Wir könnten echt mal weiter schreiben;) ❤

    Gefällt 1 Person

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